Heute hatte ich einen Moment, der mich selbst kurz innehalten liess. Mir wurde bewusst, dass ich seit über fünf Jahren ohne fliessend Wasser lebe. Immer wieder von vorne. Wasser holen, um abwaschen zu können. Tragen, organisieren, planen.
Und weisst du was? Es fühlt sich nicht mehr besonders an. Es ist einfach mein Alltag geworden.

Und genau das hat mich nachdenklich gemacht. Wie schnell wir uns an Dinge gewöhnen. An Umstände. An Routinen. An ein Leben, das wir vielleicht gar nie bewusst so gewählt haben.
Was am Anfang ungewohnt ist, vielleicht sogar anstrengend, wird irgendwann normal. Still. Fast unbemerkt.
«Wenn wir uns an alles gewöhnen können – dann können wir uns auch bewusst etwas Neues angewöhnen.»
Und hier wird es spannend. Denn Veränderung passiert nicht einfach. Sie beginnt mit einem kleinen Entscheid. Mit einem Moment, in dem du etwas anders machst als sonst.
Barfuss losgehen, obwohl der Boden sich fremd anfühlt. Einen Griff weiter oben setzen, obwohl dein Kopf noch zögert. Kurz stehen bleiben, durchatmen, wahrnehmen – statt einfach weiter zu funktionieren.
Diese kleinen Momente sind es. Dein Körper lernt. Dein System passt sich an. Und plötzlich wird das, was sich gestern noch ungewohnt angefühlt hat, leichter. Selbstverständlicher. Und irgendwann… ist es dein neues Normal.
Die Frage ist also nicht, ob du dich an etwas gewöhnst.
Die Frage ist: Woran willst du dich gewöhnen?
Mehr Sicherheit?
Mehr Rückzug?
Oder mehr Vertrauen, mehr Lebendigkeit, mehr du selbst sein?
Du hast die Möglichkeit, das bewusst zu wählen. Nicht morgen. Nicht irgendwann. Sondern beim nächsten Schritt, den du machst.


